Beobachtungen im Kursforum für M263
Im Kursforum für M263 ist es sehr still geworden. Seitdem wir an Unit 9 und Unit 10 sind, sind die meisten mit sich selbst beschäftigt.
Sporadische Gefühlsausbrüche im Forum zeigen, dass die Lernkurve sehr steil nach oben ging. Die Gefühlsausbrüche reichen von Angst vor Totalversagen, über verzweifelte Hilfeschreie bis hin zur Resignation einzelner. Und die die schweigen oder nur ganz selten schreiben mühen sich sicher durch die Materialien, die weiterhin auf hohem Niveau bleiben.
Nach dem Nightmare Schwierigkeitsgrad der letzten Unit, ist diesmal (Unit 11) für zwei Wochen das Thema Relationale Datenbanken dran. Obwohl weniger schwierig, sind die Themen für zwei Wochen auch recht ordentlich. Struktur und Keys von relational schemes und natürlich Normalformen.
Unit 10 bedeutet Skill Level “Nightmare!”
Wer das gut alte Doom kennt, weiss dass man es auf Skill level ”Nightmare!” spielen konnte. Das war so schwer, dass man quasi sofort wieder sein digitales Leben beendete.
Ähnlich schwer ist die Unit 10, durch die ich mich gerade gekämpft habe. Es ist zwar mehrfach darauf hingewiesen, dass der zweite Teil des Kurses (Unit 9 bis 16) schwer wird, aber Unit 10 hat einfach alles getoppt. Im Normalfall brauche ich eine Woche pro Unit, aber für diese Unit habe ich vier Wochen gebraucht. Zu allem Überfluss fragen über ein Drittel der nächsten TMA Aufgaben eben diese Unit ab. – Ähnlich wie beim Gamen konnte man sich immer nur langsam vortasten und beim nach dem vollständigen Versagen bei den Exercises wieder von vorn anfangen.
Die Unit reisst folgende drei Hauptthemen an: Quatification, Boolean algebra und rules of inference. Jedem dieser Themen könnte ein eigener Kurs gewidment werden und das sehen auch viel Mitstudenten so. Unser Kursforum hat quasi Hochwasser vom vielen Rumgeheule. – Das ist eben ein Studium und kein Wochenendkurs Webseiten-Basteln. Das muss auch mal ordentlich schwer sein, finde ich.
Doch jetzt, nachdem alles geschafft ist und Schwierigkeitsgrad Nightmare! durchgespielt ist, kann ich mich erschöpft zurücklehnen und eine Folge Lost schauen.
Start mit vielen Neuerungen
Seit letzter Woche bin ich am meinem neuen Kurs M255 mit dem Titel Object-Oriented Programming with Java. Es ist wiederum ein 30 Punkte Kurs, bei dem ich im Oktober eine Abschlussarbeit in Zürich unter Aufsicht schreiben muss. Ich habe soweit zwei der 16 Units gemacht und bin sehr positiv überrascht. Begrifflichkeiten werden sehr gut erklärt und man sitzt quasi ständig vor dem PC und programmiert.
Der Kurs kam in einem knapp 4 Kilo schwerem Paket und enthielt alle Kursunterlagen. Alle bisherigen Kurse wurden in zwei Lieferungen gesplittet. Das Design der einzelnen Booklets erinnert an die ersten Techno Videos aus den 90er Jahren. Irgendwelche 3D Objekte, die einer gerenderten Landschaft rumfliegen. Die Kurssoftware sollte man sich tatsächlich komplett auf der Webseite der OU herunterladen – ein Novum. Ebenso neu ist der Einsatz von moodle für Forum, Wiki und TMA Abgabe. Etwas verspätet, aber mit grosser Sicherheit überrollt nun der ganze Web 2.0 Krams auch die OU. – Mir gefällt`s.
Die Erklärungen für objekt-orientierte Programmierung sind sehr gut und bei weitem verständlicher als die diversen Bücher, die ich bis jetzt dazu gelesen haben. Java wird mit lustigen Retro Fröschen und Bankkonten erklärt. Somit bekommen auch absoluten Novizen einen guten Einstieg.
MS Word Unicode Symbole
Für mathematische Sonderzeichen (∧,∨,¬,⇒,⇔, ∀, ∃, ≃, ⊃, ⊇, ∈, ⋂, ∫, usw.) ist Word nicht besonders gut geeignet. Doch muss ich die Hausarbeiten damit machen und bin auf eine sehr gute Liste aller Word Sonderzeichen bzw. deren Unicode Symbole gestossen.
MS Word Unicode Symbol Reference
Echte Mitstudenten treffen tut gut
Beim Fernstudium hat man sehr wenig direkten Kontakt zu seinen Mitstudenten; vor allen Dingen, wenn die meisten davon ausserhalb des eigenen Landes leben. Zwar tut die Open University einiges dafür, dass man sich in Foren digital unterhalten kann, aber Fernstudium heisst trotzdem viel Zeit allein verbringen.
Seit letztem Jahr versuche ich daher regelmässig – ein Mal pro Monat – zum OUSA-Treffen in meiner Region zu gehen. OUSA ist die Open University Student Association, in der die Studenten der OU organisiert sind. Dort sind immer eine Hand voll Leute anzutreffen, mit denen man sich austauschen kann. Die meisten haben ähnliche Sorgen wie man selbst.
Die Treffen finden immer in einem lockeren Rahmen am Abend in einem schönem Restaurant statt. Zwei Stunden Zeit bringe ich im Regelfall mit und das ist gut investierte Zeit. Manchmal fühlt man sich doch etwas irre neben einem normalen Job noch eine Hochschulstudium zu machen. – Es ist gut zu sehen, dass man nicht der einzige Irre ist.
A172 – Abgeschlossen
Obwohl ich den A172 nur zum Ausbau meiner Schreibfertigkeiten belegt habe, hat er mich doch ordentlich in Anspruch genommen.
Der Kurs besteht aus fünf Blöcken, die einen auf den finalen TMA hinführen. Dieser TMA ist ein Essay zu einer von drei Fragen. Zur Beantwortung der Frage muss man zwei historische Quellen (aus einer Vorauswahl) hinzuziehen. Zudem empfiehlt es sich wirklich viel über das Viktorianisch England zu lesen, denn ansonsten hat man mit den Quellen wirklich seine Nöte.
Die angedachten 8 bis 10 Stunden pro Woche habe ich regelmässig überschritten. In den ersten Wochen gab es viele historische Quellen (Bibliothek lässt grüssen) zu lesen; ohne diese hat man wirklich Mühe. In den kommenden Wochen fängt man an eine Argumentation aufzubauen und erste Drafts zu schreiben. Im Schnitt habe ich 8 Stunden pro Draft benötigt und dann nochmal die Zeit (3 bis 4 Stunden) um die Kurstexte zu lesen.
Nach drei Drafts stand mein finaler Essay und der sieht mal richtig akademisch aus – mit zig Fussnoten und einem langen Quellenverzeichnis. Den habe Essay habe ich als mein letzter TMA von A172 eben abgegeben und bin erleichtert.
Zusammenfassung vom Kurs: Viel Arbeit, viel gelernt, hoher Nutzen und absolut empfehlenswert.
Raider, der Pausensnack ist zurück …
… aber nur kurz in einer limitierten “Auflage”. An alle k Kiosken in der Schweiz gibt es im Moment wieder Raider und ich habe gleich zugeschlagen.
Fragenversteher
Den A172 hätte ich viel früher nehmen sollen. Es ist ein grossartiger Kurs – nicht nur weil man Essays schreiben lernt, sondern auch weil man endlich lernt TMA Fragen zu verstehen. Es gibt eine ganz Unit darüber, wie das Ergebnis einer Frage aussehen sollte. Fragen werden regelrecht seziert, um zwischen inhaltlichen Elementen und Aufgaben-bezogenen Elementen zu unterscheiden. Was eigentlich sehr trivial klingt stellt sich bald als eigene Wissenschaft für sich heraus. Es gibt durchaus Unterschiede zwischen describe, analyse, discuss contrast, summarise and contrast, uvm. Diese Unterschiede zu erkennen hilft dabei Punkte zu ergattern, die schlussendlich für den Abschluss wichtig sind.
Daneben bin ich begeistert, mich sehr intensiv mit dem British Empire der viktorianischen Zeit beschäftigen zu können. In der Schule beschäftigt man sich mit Mesopotamien, Ägypten, Rom und dann sehr lange mit dem was irgendwann zu Deutschland wird. Aber im Gegensatz zu Deutschland, deren Bewohner sich erst tausend Jahre gegenseitig bekriegten, keinerlei nennenswerten Kolonien besassen und dann zwei Mal gegen die ganze Welt in den Krieg zogen, bietet das British Empire mal wirklich ein echtes Weltreich. Und in dem ist ordentlich was passiert. Mir entzieht sich gänzlich, weswegen man das Römische Imperium im Geschichtsunterricht so umfangreich behandelt aber das British Empire (mit einer viel grösseren Ausdehnung) mit seinen Nachwirkungen auf z.B. Indien, Afrika oder China so schmählich behandelt.
Bis jetzt also ein grossartiger Kurs, der mich zum Fragenversteher macht.
Meine Mittel gegen Lernmüdigkeit
Über kurz oder lang kommt der Punkt, an dem man absolut keine Lust mehr hat zu lernen. Man arbeitet die ganze Woche, hat die Fahrzeiten von und zum Büro, nervige Leute im Supermarkt, Freunde mit denen man sich trifft, Familie mit der man gern telefoniert und natürlich die Partnerin mit der man schliesslich auch Zeit verbringen möchte. Dann gibt es da noch diese tausend anderen schönen Dinge: eine aktuelle Staffel Lost, ein cooler Kinofilm, ein lange erwartetes Buch oder ein neues Computerspiel … und ich muss lernen.
Was mir persönlich wirklich hilft trotzdem guten Laune zu entwickeln sind:
- einen Kaffee zubereiten und geniessen - mit guten Bohnen, manuell gemahlen, langsam aufgegossen und genussvoll getrunken
- Kinderschokolade – hilft einfach immer und gegen fast alles
- 45 Minuten House oder Eurodance hören – eine halbe 90-Minuten Kassettenlänge wirkt wahre Wunder
- an die frische Luft für mindestens eine Stunde – Beine vertreten und am besten durch den Wald schlappen
Digitale Turtle class trifft analoges Schildkröten Objekt
Vor einigen Tagen arbeitete ich auf dem Sofa gerade Unit 5 von M263 durch. Hier geht es primär um eine spezielle Klasse – die Turtle Class. Sie ermöglicht es im Rahmen des Kurse stark vereinfachte Turtle Graphics zu erzeugen.
Doch dann landete eine echte analoge Plüschschildkröte (von IKEA) auf meinen theoretischen digitalen Turtle Class Unterlagen. Ich fand’s komisch, musste laut lachen und habe sofort das Lernen eingestellt. – Es gibt diese Momente, an denen man merkt das man eindeutig zu viel gelernt hat und schnell die in die analoge Welt zurück muss.
In diesem Sinn: Frohe Weihnachten allerseits!

Lars Händler, Winterthur