Echte Mitstudenten treffen tut gut
Beim Fernstudium hat man sehr wenig direkten Kontakt zu seinen Mitstudenten; vor allen Dingen, wenn die meisten davon ausserhalb des eigenen Landes leben. Zwar tut die Open University einiges dafür, dass man sich in Foren digital unterhalten kann, aber Fernstudium heisst trotzdem viel Zeit allein verbringen.
Seit letztem Jahr versuche ich daher regelmässig – ein Mal pro Monat – zum OUSA-Treffen in meiner Region zu gehen. OUSA ist die Open University Student Association, in der die Studenten der OU organisiert sind. Dort sind immer eine Hand voll Leute anzutreffen, mit denen man sich austauschen kann. Die meisten haben ähnliche Sorgen wie man selbst.
Die Treffen finden immer in einem lockeren Rahmen am Abend in einem schönem Restaurant statt. Zwei Stunden Zeit bringe ich im Regelfall mit und das ist gut investierte Zeit. Manchmal fühlt man sich doch etwas irre neben einem normalen Job noch eine Hochschulstudium zu machen. – Es ist gut zu sehen, dass man nicht der einzige Irre ist.
A172 – Abgeschlossen
Obwohl ich den A172 nur zum Ausbau meiner Schreibfertigkeiten belegt habe, hat er mich doch ordentlich in Anspruch genommen.
Der Kurs besteht aus fünf Blöcken, die einen auf den finalen TMA hinführen. Dieser TMA ist ein Essay zu einer von drei Fragen. Zur Beantwortung der Frage muss man zwei historische Quellen (aus einer Vorauswahl) hinzuziehen. Zudem empfiehlt es sich wirklich viel über das Viktorianisch England zu lesen, denn ansonsten hat man mit den Quellen wirklich seine Nöte.
Die angedachten 8 bis 10 Stunden pro Woche habe ich regelmässig überschritten. In den ersten Wochen gab es viele historische Quellen (Bibliothek lässt grüssen) zu lesen; ohne diese hat man wirklich Mühe. In den kommenden Wochen fängt man an eine Argumentation aufzubauen und erste Drafts zu schreiben. Im Schnitt habe ich 8 Stunden pro Draft benötigt und dann nochmal die Zeit (3 bis 4 Stunden) um die Kurstexte zu lesen.
Nach drei Drafts stand mein finaler Essay und der sieht mal richtig akademisch aus – mit zig Fussnoten und einem langen Quellenverzeichnis. Den habe Essay habe ich als mein letzter TMA von A172 eben abgegeben und bin erleichtert.
Zusammenfassung vom Kurs: Viel Arbeit, viel gelernt, hoher Nutzen und absolut empfehlenswert.
Raider, der Pausensnack ist zurück …
… aber nur kurz in einer limitierten “Auflage”. An alle k Kiosken in der Schweiz gibt es im Moment wieder Raider und ich habe gleich zugeschlagen.
Fragenversteher
Den A172 hätte ich viel früher nehmen sollen. Es ist ein grossartiger Kurs – nicht nur weil man Essays schreiben lernt, sondern auch weil man endlich lernt TMA Fragen zu verstehen. Es gibt eine ganz Unit darüber, wie das Ergebnis einer Frage aussehen sollte. Fragen werden regelrecht seziert, um zwischen inhaltlichen Elementen und Aufgaben-bezogenen Elementen zu unterscheiden. Was eigentlich sehr trivial klingt stellt sich bald als eigene Wissenschaft für sich heraus. Es gibt durchaus Unterschiede zwischen describe, analyse, discuss contrast, summarise and contrast, uvm. Diese Unterschiede zu erkennen hilft dabei Punkte zu ergattern, die schlussendlich für den Abschluss wichtig sind.
Daneben bin ich begeistert, mich sehr intensiv mit dem British Empire der viktorianischen Zeit beschäftigen zu können. In der Schule beschäftigt man sich mit Mesopotamien, Ägypten, Rom und dann sehr lange mit dem was irgendwann zu Deutschland wird. Aber im Gegensatz zu Deutschland, deren Bewohner sich erst tausend Jahre gegenseitig bekriegten, keinerlei nennenswerten Kolonien besassen und dann zwei Mal gegen die ganze Welt in den Krieg zogen, bietet das British Empire mal wirklich ein echtes Weltreich. Und in dem ist ordentlich was passiert. Mir entzieht sich gänzlich, weswegen man das Römische Imperium im Geschichtsunterricht so umfangreich behandelt aber das British Empire (mit einer viel grösseren Ausdehnung) mit seinen Nachwirkungen auf z.B. Indien, Afrika oder China so schmählich behandelt.
Bis jetzt also ein grossartiger Kurs, der mich zum Fragenversteher macht.
Meine Mittel gegen Lernmüdigkeit
Über kurz oder lang kommt der Punkt, an dem man absolut keine Lust mehr hat zu lernen. Man arbeitet die ganze Woche, hat die Fahrzeiten von und zum Büro, nervige Leute im Supermarkt, Freunde mit denen man sich trifft, Familie mit der man gern telefoniert und natürlich die Partnerin mit der man schliesslich auch Zeit verbringen möchte. Dann gibt es da noch diese tausend anderen schönen Dinge: eine aktuelle Staffel Lost, ein cooler Kinofilm, ein lange erwartetes Buch oder ein neues Computerspiel … und ich muss lernen.
Was mir persönlich wirklich hilft trotzdem guten Laune zu entwickeln sind:
- einen Kaffee zubereiten und geniessen - mit guten Bohnen, manuell gemahlen, langsam aufgegossen und genussvoll getrunken
- Kinderschokolade – hilft einfach immer und gegen fast alles
- 45 Minuten House oder Eurodance hören – eine halbe 90-Minuten Kassettenlänge wirkt wahre Wunder
- an die frische Luft für mindestens eine Stunde – Beine vertreten und am besten durch den Wald schlappen
Digitale Turtle class trifft analoges Schildkröten Objekt
Vor einigen Tagen arbeitete ich auf dem Sofa gerade Unit 5 von M263 durch. Hier geht es primär um eine spezielle Klasse – die Turtle Class. Sie ermöglicht es im Rahmen des Kurse stark vereinfachte Turtle Graphics zu erzeugen.
Doch dann landete eine echte analoge Plüschschildkröte (von IKEA) auf meinen theoretischen digitalen Turtle Class Unterlagen. Ich fand’s komisch, musste laut lachen und habe sofort das Lernen eingestellt. – Es gibt diese Momente, an denen man merkt das man eindeutig zu viel gelernt hat und schnell die in die analoge Welt zurück muss.
In diesem Sinn: Frohe Weihnachten allerseits!
Weihnachts-Spenden für Open Source
Weihnachten naht mit grossen Schritten. Es ist eine gute Zeit, um neben einer Spende an karitative Organisationen auch etwas an diejenigen zu geben, die mir mein Leben am PC ordentlich erleichtern.
Ich nutze viel Open Source und ich nutze es gern. Ich finde, man sollte den Entwicklern eine kleine Anerkennung geben. Ich möchte, dass die Software weiterentwickelt wird und die Entwickler etwas davon haben. – Ich meine für MS Office, MacOS, Windows, Photoshop, Dreamweaver und viele mehr sind dreistellige Summen fällig, die immer gezahlt werden. Aber für Open Source wird es einfach mit “Pech, wenn sie es verschenken” abgetan. Ich sehe es nicht so und ich bin dankbar für alle diese fleissigen Entwickler da draussen, die uns nicht nur diese Software zur Nutzung geben, sondern auch quelloffen zur Verfügung stellen.
Daher, kurz nachgedacht: Welche Software nutze ich regelmässig – täglich oder wöchentlich – und hat mich keinen Cent bzw. Rappen gekostet.
Meine Empfänger dieses Jahr:
- Wikimedia Schweiz für Wikipedia (täglich im Einsatz)
- Mozilla Foundation für Thunderbird (täglich im Einsatz) und Firefox (täglich im Einsatz)
- Paint.NET (täglich im Einsatz)
- Notepad++ (täglich im Einsatz)
- Wordpress nextGEN Gallery Plugin (täglich im Einsatz)
TMA01 fertig
Puh, 9 Tage vor dem offiziellen Abgabedatum des TMAs habe ich ihn fertig. Vor 5 Minuten habe ich daher meine Hausarbeit eingesendet und bin gespannt auf die Note.
Im Grossen und Ganzen lässt sich M263 sehr gut an. An die doch recht eigenwillige Sprache von WorkPad habe ich mich jetzt gewöhnt. Damit flutschen dann die Lösungen auch wirklich nur auf den Rechner. Die Dokumentation ist sehr gut und das macht die Arbeit an den TMA Aufgaben aus meiner Sicht sehr leicht.
Die Hausarbeit umfasst die Units 1 bis 4. Grob gesagt ist das Variablendeklaration, Loops, Abfragen, Funktionen und Klassen. Die Einführung in OOP empfinde ich als äusserst gut gelungen, denn hier kommt nicht das typische Auto Beispiel zum Einsatz. Vielmehr wird OOP an den Funktionen einer Registrierkasse am Supermarkt erklärt, was Unterscheidung von Eigenschaften und Methoden deutlich besser erklärt.
Besonders angenehm empfinde ich, dass wirklich alles jetzt einen Namen erhalten hat. Das klingt zwar erstmal nicht spektakulär, aber ist ungemein hilfreicht bei der Fehlersuche im Studententeam. Vor diesem Kurs gab es in meinem Kopf Variablen, Funktionen und Objekte. Jetzt gibt es variables, attributes, identifiers, literals, methods, objects, overloading, classes, instances, states of instances, references, deep copies, reciever … und tausend Sachen mehr. Man kann auch ohne diese Begriffe gut programmieren, aber mit ihnen besser im Team kommunizieren.
Programmierung in M263
Ich hatte mich schon vor Beginn des Kurses M263 gefragt, mit was für einer Programmiersprache man eigentlich anfängt. M263 nutzt keine normale Hoch- oder Scriptsprache zum Programmieren, sondern man muss sich mit Workpad herumplagen. Das ist eine eigens für den Kurs erstellte “Sprache”. Für mein Gefühl so das Schlimmste, was man aus VB, JavaScript und einer durchzechten Nacht zusammenwerfen kann. Hier mal ein kleines Beispiel:
var count in Int
var aSeq in SeqOfChar
var aChar in Char
var index in Int
count <- 0
aSeq <- s
for (index <- 1 to 5)
{
aChar <- LAST(aSeq)
if(c =Char aChar) then {count <- count + 1 }
aSeq <- REMOVELAST(aSeq)
}
[...]
Funktionsnamen werden immer gross geschrieben, Arrays fangen mit der Stelle 1 (anstatt 0) an, Arrays heissen Sequences, if-then Struktur, Werte werden Variablen mit <- zugeordnet, Vergleiche erfolgen mit so komischen =Int (ein Integer-Vergleich) Strukturen durchgeführt und ein Semikolon am Zeilenende sucht man vergeblich.
Ich sehe das so: Wer das übersteht, für den gehts nur noch aufwärts beim Programmieren.
Online Materials und StudyHome sind ein Traum
Ich muss den Online-Unterlagen und auch dem StudentHome von Open University wirklich mal ein Lob aussprechen.
Da ich heute mit A172 – Start Writing Essays angefangen habe, habe ich auch nochmal die Skills for Study Seite der OU durchgearbeitet. Seit ich dort vor 18 Monaten zum letzten Mal hinein gesehen habe, hat sich einiges geändert. Es sind sehr viele Videos von Studenten und Tutoren eingefügt worden. Die Seiten sind erstaunlich übersichtlich und neben weiterführenden Links ist auch (kostenfrei) Software – z.B. für spezielle Lernmethoden – verlinkt.
Die Themen sind vielfältig: Angefangen von Selbstmotivation, über Lernmethoden, Lesemethoden, wie man mit Feedback umgeht, wie man sich auf die Assignment vorbereitet bis hin zu einem speziellen Bereich für uns Nicht-Englisch-Muttersprachler. Alles ist übersichtlich gestaltet und es gibt eine Menge Videos. Am besten haben mir diese beiden Videos gefallen: Emma’s advice to new students und Talking about learning.
Auch das neuen StudentHome ist fantastisch. Auf einen Blick kann man die aktuell laufenden Kurse mit den wichtigsten Links sehen. Der Nachrichteneingang wird für jeden Kurs einzelen angezeigt. Man kann problemlos zum jeweiligen Study Calendar, seine eTMAs abgeben oder Materialien nachbestellen. Der Study Calender ist ein Traum, denn er ist übersichtlich, mit abhakbaren Todos und einem tollen Print-View. Ich habe ein paar Screenshots hinterlegt.

Lars Händler, Winterthur