Amazon Kindle und Open University PDFs

Eingestellt am 22. Dezember 2010, 3.864 Aufrufe

Diesen Artikel schiebe ich schon seit September vor mir her. Ich bin inzwischen ein grosser Kindle Fan und habe alle meine neuen Bücher nur noch in digitaler Form angeschafft. Der Kindle ist ein grossartiges Lesegerät, das Bücher aufgrund seines E-Ink Displays wie gedruckt ausgibt. Ist er auch für die PDFs der Open University geeignet?

Wenn man den Kindle das erste Mal sieht, ist man erstaut wie klein und leicht er ist. Kleiner als ein A5 Blatt und sagenhafte 241 Gramm leicht. Mein erster Versuch die Display Folie mit dem Aufkleber abzuziehen scheiterte, weil es gar keinen Aufkleber gab. Das Bildschirmschoner Bild sieht schlicht aus wie gedruckt. So verhält es sich auch mit den Buchseiten. Und nach circa 10 Minuten hat man sich völlig in das Gerät verliebt.
Vermisst man das seelige Umblättern der Seiten? – Nein, denn man gewöhnt sich sehr schnell daran nur noch eine Hand zum Lesen zu benötigen. Und das Umblättern führt man über einen kleinen Knopfdruck (mit der Lesehand) durch. Ideal für Pendler: linke Hand Kaffeebecher, rechte Hand Kindle.

Natürlich habe ich gleich meine Uni PDFs auf den Kindle geschmissen, denn das war meine Lösung. Nie wieder diese grossen A4 Hefte mitschleppen. Aber ich wurde je enttäuscht! – Selbst das iPad konnte mich an dieser Stelle nicht völlig überzeugen. Das Grundproblem ist aber nicht im Kindle (oder iPad) zu suchen, sondern im PDF Format. Die Inhalte der OU PDFs skalieren nicht. Sie sind an einen bestimmten Ort in einer festen Grösse “festgeklebt” und damit nur auf A4 Ausgabe (sei es gedruckt oder min. A4 Bildschirm Darstellungen) vernünftig lesbar.

Das ist für mich ein genrelles Problem, das hoffentlich durch die Vielzahl an Smartphones und Tablets gelöst wird. Grafiker möchten alles an einem bestimmten (fixen) Ort festgeklebt sehen. Inhaltselemente wie Tabellen, Bilder oder selbst Anzahl der Wörter pro Zeile sollen sich nicht ändern. Das funktionierte zwar prächtig auf Printerzeugnissen des letzten Jahrtausends, aber in der heutigen Zeit bringt es nur Probleme.

Es gibt durch Calibre (Open Source Reader, der auch eBook Formate konvertiert) die Möglichkeit das PDF in ein Kindle eBook Format (mobi) umzuwandeln. Das dauert zwar nur drei Sekunden, aber das Ergebnis überzeugt leider auch nicht. Tabellen sind nach der Konvertierung nicht mehr existent, Grafiken meist aus dem Zusammenhang gerissen und unterschiedliche Schrifttypen (z.B. für Quellcode) gehen verloren.

Dementsprechend ist der Kindle – so lieb ich ihn auch gewonnen habe – für meine OU PDFs ungeeignet.

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Kategorien: Allgemein, Module

Kommentare11 Kommentare

  1. Sonja sagt:

    Ach, jetzt hatte ich mir doch überlegt, einen eBook-Reader zu kaufen – nicht in erster Linie wegen den Studiums, sondern um meine Regale etwas zu entlasten. Zwar dachte ich jetzt nicht an den Kindle, aber wenn es mit schon damit Probleme gibt, erwarte ich die auch bei anderen Geräten.

    Vielleicht lohnt es sich, noch ein bisschen auszuharren und auf die nächste Generation zu warten … und darauf, dass die Anbieter von PDF-eBooks ebenfalls etwas lernen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • Lars sagt:

      Zum Lesen von ebooks halte ich den Kindle für das Beste, was man im Moment kaufen kann. Leicht, günstig und ewig lange Akkulaufzeiten. Das einzige Manko ist die Bindung an amazon.com, was primär zu englischsprachigen Büchern führt. Für mich ist diese Kombination ideal.

  2. Markus sagt:

    Du schreibst, dass Du alle Deine neuen Bücher nur noch in digitaler Form kaufst – schaffst Du das in der Praxis? Ich nutze auch seit einiger Zeit einen eBook-Reader (habe mich für das Modell von Hanvon entschieden) und bin damit sehr zufrieden. Allerdings gibt es immer wieder Bücher (insbesondere Fachbücher), die noch nicht als ePUB zur Verfügung stehen.

    • Lars sagt:

      Ich lese primär Belletristik auf meinem Kindle. Sachbücher in meinem Bereich sind bisher recht gut auf dem Kindle abgedeckt. Sollten die Bücher in einem anderem Format vorliegen, dann konvertiere ich sie mir meist. Selbst PDF eBooks (im Gegensatz zu OU PDFs) lassen sie sich sehr gut mit Calibre umwandeln.

  3. Dirk sagt:

    Hattest Du auch einen Blick auf den Kindle DX geworfen? Der scheint ja aufgrund seiner Größe das ideale PDF Device Lesedevice zu sein?
    Ansonsten fehlt mir bei den bisherigen Readern noch eine brauchbare Notizfunktion mit Syncmöglichkeit…
    Außerdem gibt es für mein Studium die Textbooks leider oft nicht elektronisch (mein Marketing Buch habe ich beispielsweise jetzt teilweise selbst gescanned um die Zusammenfassungen für die Prüfungsprep zur Hand zu haben…

    VG, Dirk

    • Lars sagt:

      Den DX hatte ich mir vorher sogar im Laden angeschaut (war in Zürich wirklich ausgestellt). Die Grösse war wirklich ideal. Der DX hat leider das Problem, dass er noch den alten Kindle Version 2 eInk Display hat. Sprich, du zahlst dopplet so viel wie für einen Kindle V3 und hast du ein Display wie in den Schrabbel-Dingern von Thalia oder Weltbild.

  4. [...] Fernstudium auf Probe an der DUW Wie im Fernstudium üblich und bei allen ZFU-zugelassenen Angeboten verpflichtend haben die Teilnehmer auch an der DUW Zeit, das Fernstudium unverbindlich zu testen. Liegt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzeit bei zwei Wochen, haben die DUW-Neustudenten dafür vier Wochen Zeit. In diesem Zeitraum kann mit den Unterlagen aktiv gearbeitet werden und auch der Online-Campus und die Betreuung genutzt und getestet werden. (DUW-Blog) Amazon Kindle für PDFs der Open University nicht geeignet Ein Fernstudent hat versucht, die von der Open University im PDF-Format zur Verfügung gestellten Studienhefte auf seinem Kindle zu lesen – und ist trotz etlicher Bemühungen (verschiedene Zoom-Studen, Umwandlung in anderes Format) zu dem Ergebnis gekommen, dass dies nicht praktikabel möglich ist. (Blog von Lars Händler) [...]

  5. Kerstin sagt:

    Hallo,
    also ich nutze das kindle mit wachsender Begeisterung, auch für meine Fernstudien pdf…die Lösung für angenehmes lesen: schick Dir eine mail mit dem pfd Dokument an Deine free kindle email Adresse und schreibe in den Betreff “convert”…damit ist es im optimalen kindle Format! Einzig Blättern ist nicht so angenehm wie bei einem realen Buch!

  6. Chris sagt:

    Hi Lars,

    ich habe das gleiche Problem mit den OU-PDF Dateien, nicht ganz so schlimm, weil ich einen Kindle DX benutze, aber richtig lesbar wird es auch da nicht.
    Ich habe die OU kontaktiert und darum gebeten, die eBooks auch im ePub bzw. mobi-Format anzubieten. Vielleicht solltest Du das auch machen – wenn mehr Leute danach fragen, merkt die Uni vielleicht, das da Bedarf besteht.

    Gruss
    Chris (M882, M887 ;-)

  7. Ich denke es gibt oft das Missverständnis, dass viele Menschen denken PDFs wäre ein eBook Format. Aus der Chronologie ist es aber ein Druckformat und war eigentlich schon immer “schädlich” für das Internet. Man sieht das schon sehr schnell, wenn man HTML-Seiten ausdrucken will und es kommt ein wirrer Stapel von Din A4 Seiten aus dem Drucker, obwohl man “nur” eine Seite gedruckt hat.

    Die Lösung kann eigentlich nur ein richtiges eBook-Format sein, wie ePub oder Mobi. Jetzt müsste man aber auch den Fernstudienanbieter davon überzeugen, dass er solche liefert. So lange aber Papier geliefert wird (Druckformat = Papier), ist die Verwertungskette bzw. der Herstellungsprozess noch alt (pre-Digital).

    Grüße aus dem Norden
    Andreas

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